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Hyperspektrale Bildgebung wandert vom Labor in die Produktion: Erkenntnisse aus der Fertigung

STANDPUNKT | 23. Juli 2025
Hyperspektrale Bildgebung wandert vom Labor in die Produktion: Erkenntnisse aus der Fertigung

In einer kürzlich erschienenen Folge des Podcasts „Manufacturing Matters“ diskutierten Führungskräfte von Headwall, wie Fortschritte im Bereich Edge-Computing und angewandte Analytik den Einsatzort und die Einsatzweise von hyperspektraler Bildgebung in industriellen Umgebungen verändern.

An dem Gespräch nahmen Mark Willingham, CEO von Headwall, und Christian Felsheim, General Manager von Machine Vision, teil. Gemeinsam diskutierten sie einen Wandel, den viele Hersteller derzeit hautnah miterleben: Die hyperspektrale Bildgebung ist nicht mehr nur auf Forschungsumgebungen beschränkt, sondern wird zunehmend in Produktionslinien eingesetzt, in denen Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Wiederholbarkeit eine wichtige Rolle spielen.

Warum Edge Computing die industrielle hyperspektrale Bildgebung verändert

Ein zentrales Thema der Diskussion war, wie Verbesserungen in der Bordcomputertechnik die Echtzeitnutzung von Hyperspektraldaten ermöglichen. Die Verarbeitung von Hunderten von Spektralbändern mit Leitungsgeschwindigkeit war außerhalb des Labors früher undurchführbar. Heute ermöglicht Edge-Computing diese Analyse direkt am Sensor, wodurch die Latenzzeit reduziert und die Hyperspektralbildgebung für den kontinuierlichen industriellen Betrieb nutzbar wird.

Bei dieser Veränderung geht es weniger um theoretische Fähigkeiten als vielmehr um die Einsatzbereitschaft. Da die Rechenleistung schneller und effizienter geworden ist, können hyperspektrale Kamerasystemenun in bestehende Inspektions- und Automatisierungsabläufe integriert werden, ohne den Durchsatz zu beeinträchtigen.

Von der Erkennung von Fehlern zum Verständnis von Materialien mit hyperspektraler Bildgebung

Felsheim hob einen wesentlichen Unterschied zwischen hyperspektraler Bildgebung und herkömmlicher Bildverarbeitung hervor. Herkömmliche Kameras eignen sich hervorragend zur Erkennung von Form, Größe und Oberflächenfehlern. Die hyperspektrale Bildgebung fügt eine weitere Dimension hinzu: die Materialzusammensetzung.

Anstelle von drei RGB-Kanälen erfassen hyperspektrale Systeme Hunderte von schmalen Spektralbändern. Diese zusätzlichen Informationen ermöglichen es Herstellern, Materialien zu unterscheiden, die für das menschliche Auge identisch aussehen. Dies unterstützt Anwendungsfälle wie die Einstufung von Lebensmitteln nach inneren Qualitätsmerkmalen oder die Sortierung von Materialien anhand ihrer chemischen Zusammensetzung und nicht nur anhand ihres Aussehens.

Wo hyperspektrale Bildgebung bereits zum Einsatz kommt

Das Podcast-Gespräch bestätigte, dass die industrielle Anwendung keine Hypothese ist. Die hyperspektrale Bildgebung wird bereits in Produktionsumgebungen in verschiedenen Branchen eingesetzt, darunter:

  • Lebensmittelqualität, -sicherheit und -bewertung, wobei interne Eigenschaften wie Süße oder Festigkeit ebenso wichtig sind wie das äußere Erscheinungsbild.
  • Recycling und Materialverarbeitung mit robusten Systemen, die unter rauen Bedingungen kontinuierlich laufen
  • Verarbeitung von Meeresfrüchten, wo Hochgeschwindigkeitsbänder eine berührungslose Inspektion in Echtzeit erfordern
  • Wasser- und Umweltüberwachung zur Unterstützung der Erkennung von Schadstoffen und schädlichen Algenblüten
  • Fernerkundung, einschließlich Luftbildaufnahmen für die Landwirtschaft, Geologie und Ökosystemanalyse

Diese Beispiele veranschaulichen, wie die hyperspektrale Bildgebung dort eingesetzt wird, wo herkömmliche Inspektionsmethoden an ihre Grenzen stoßen.

Entwicklung skalierbarer hyperspektraler Systeme

Die Diskussion befasste sich auch mit der Bedeutung der Entwicklung von Systemen, die über Pilotprojekte hinaus skalierbar sind. Industrielle Einsätze erfordern Konsistenz – in optischer, rechnerischer und betrieblicher Hinsicht. Das bedeutet, dass Komponenten, Sensoren und Analysen so aufeinander abgestimmt werden müssen, dass sie nicht nur für Proof-of-Concept-Demonstrationen, sondern auch für den langfristigen Einsatz geeignet sind.

Anstatt die hyperspektrale Bildgebung als Ersatz für bestehende Bildverarbeitungssysteme zu positionieren, betonten beide Referenten ihre Rolle als ergänzende Funktion, die auf Materialebene Einblicke liefert, wo sie einen messbaren Mehrwert bietet.

Praktische Einstiegsmöglichkeiten für industrielle Teams

Für Hersteller, die hyperspektrale Bildgebung evaluieren, zeigte das Gespräch einen pragmatischen Weg in die Zukunft auf. Viele Teams beginnen mit Machbarkeitsstudien unter Verwendung von hyperspektralen Tischsystemen, um zu verstehen, ob Spektraldaten für ihre Anwendung eine sinnvolle Differenzierung bieten. Von dort aus ermöglichen kompakte Evaluierungssysteme den Teams, Daten zu sammeln, Modelle zu untersuchen und internes Vertrauen aufzubauen, bevor sie sich zur vollständigen Produktionsintegration verpflichten.

Dieser schrittweise Ansatz spiegelt wider, wie fortschrittliche Sensortechnologien in der Regel in industriellen Umgebungen eingesetzt werden: schrittweise, mit Schwerpunkt auf wiederholbaren Ergebnissen.

Hyperspektrale Bildgebung in Fertigungslinien

Eine wiederkehrende Botschaft während der gesamten Folge war, dass die hyperspektrale Bildgebung nicht mehr als Neuheit definiert wird. Mit zunehmender Reife der Rechen-, Sensor- und Integrationsfähigkeiten wird die Technologie zunehmend nach denselben Kriterien wie andere industrielle Werkzeuge beurteilt: Genauigkeit, Betriebszeit und Kapitalrendite.

Die vollständige Folge von „Manufacturing Matters“ bietet zusätzliche Einblicke, wie hyperspektrale Bildgebung in moderne Strategien für maschinelles Sehen und Automatisierung integriert werden kann.

Um zu besprechen, wie hyperspektrale Bildgebung bestehende Inspektions- oder Automatisierungsabläufe in Ihrem Betrieb ergänzen kann, wenden Sie sich bitte an Headwall.

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